Rückblick auf den 2. RegioCycle Erfahrungsaustausch
Wie lassen sich regionale Kreisläufe stärken, Ressourcen schonen und bewährte Lösungen in die Breite bringen? Diese Leitfragen standen im Mittelpunkt des 2. RegioCycle Erfahrungsaustauschs, der am 4. Dezember im Wertstoffzentrum Pielachtal Nord stattfand. Regionalmanagerinnen und -manager, Abfall- und Umweltverbände, sozialökonomische Betriebe und zirkuläre Unternehmen nutzten die Gelegenheit zum Austausch über praktische Wege in Richtung Kreislaufwirtschaft.
Nach der Begrüßung und Einführung ins Thema durch das Land Niederösterreich (RU3) und die BioBASE startete der Nachmittag mit einem thematischen Deep Dive des Teams Kreislaufwirtschaft (Ressourcenforum Austria, Circular Economy Forum Austria, Klimabündnis Österreich und Verein der Klimamodellregionen), vertreten durch Andreas Van-Hametner. Eine zentrale Botschaft von Andreas Van-Hametner war: „𝗘𝗶𝗻 (𝘀𝗰𝗵𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲𝗿) 𝗞𝗿𝗲𝗶𝘀𝗹𝗮𝘂𝗳 𝗶𝘀𝘁 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗦𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝘇𝘄𝗲𝗰𝗸, 𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝗪𝗲𝗿𝗸𝘇𝗲𝘂𝗴 𝗳ü𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗴𝗲𝗿𝗶𝗻𝗴𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗥𝗲𝘀𝘀𝗼𝘂𝗿𝗰𝗲𝗻𝘃𝗲𝗿𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵“ Außerdem erhielten wir Einblick in den Ressourcen-Check für Gemeinden und welche Schritte es braucht auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschatsstrategie.
Es folgten drei inspirierende Best Practice Beispiele:
- Club Weiss, präsentiert von Horst Neuböck, zeigte, wie das Modell Mieten statt Kaufen für sehr unterschiedliche Zielgruppen funktioniert und über die letzten 25 Jahre aufgebaut wurde. Im Mittelpunkt steht dabei der Reparaturaspekt – ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Verlängerung der Produktlebensdauer.
- Das Geschirrmobil Pielachtal – der Weg ist Mehrweg – wurde von Marie Pauer, Johann Freiler (GVU St. Pölten Land) und Petra Scholze-Simmel (LEADER Region Mostviertel Mitte) vorgestellt. Die Teilnehmenden konnten das Geschirrmobil direkt vor Ort besichtigen und erhielten praxisnahe Einblicke in organisatorische Herausforderungen – von der Logistik bis zur Abwicklung von Rückgaben.
- Noamol, ein ReUse-Projekt aus Tirol, präsentiert von Christian Leonhartsberger, gab Einblicke in die Sammlung, Aufbereitung und Wiederverkauf von Altwaren und den Aufbau einer ReUse-Marke mit Wiedererkennungswert. Die Digitalisierung der Erfassung und Preisauszeichnung galt dabei als Game Changer für effiziente ReUse-Prozesse.
Abgerundet wurde der Workshop durch eine gemeinsame Zusammenführung und einem Blick nach vorn. Der Tenor: Bewusstseinsarbeit bleibt zentral – Formate wie der ReUse Herbst in der Steiermark zeigen, wie wirkungsvoll regionale Aktionen sein können und als Inspiration für Niederösterreich dienen können. Gleichzeitig braucht es weiterhin Wissenstransfer, Vernetzung und das Ausrollen funktionierender Lösungen – um gemeinsam den Materialeinsatz zu reduzieren und resilientere regionale Kreislaufsysteme aufzubauen.